Regionales Superfood: Rote Bete

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Der Begriff „Superfoods“ – was steckt dahinter?

„Superfoods“ – auf diesen Ausdruck stößt man immer öfter. Googlen nach diesem Begriff liefert alleine 689.000 Seiten auf Deutsch als Ergebnis! Wenn man sich einige Seiten anschaut, wird schnell klar, dass viele Shop-Betreiber aus diesem Trend Profit schlagen wollen.

Bei nahezu jedem Produkt wird auf einen hohen Anteil von Nährstoffen hingewiesen – das stimmt in den meisten Fällen auch. Darüber, wo diese Produkte genau herkommen, wie sie hergestellt werden und wieviel CO2-Emissionen durch den Import nach Deutschland und den Versand an die Käufer entstehen, gibt es allerdings fast nie transparente Informationen.

Nicht ohne Grund, denn der Nutzen von Superfoods ist mindestens zweifelhaft. Auf der deutschen Wikipedia-Seite wird der Begriff wie folgt definiert:

„Superfood ist ein Marketingbegriff, der Lebensmittel mit angeblichen Gesundheitsvorteilen beschreibt. Teilweise beruhen die mit bestimmten Lebensmitteln in Verbindung gebrachten positiven gesundheitlichen Wirkungen auf wissenschaftlich erwiesenen Zusammenhängen. Allerdings ist es fraglich, wie sich solche wissenschaftlichen Erkenntnisse, die etwa unter Laborbedingungen, mit Tierversuchen oder unter Verabreichung sehr hohen Dosen erlangt wurden, auf echte Ernährungsweisen übertragen lassen.“

Bei der Recherche sind wir auf den aufschlussreichen Artikel „Grünkohl statt Superfood“  von Caroline Strang aus dem Schwäbischen Tagblatt vom 03.04.2017 gestoßen. Dort äußerte sich die Pressesprecherin vom Max-Rubner-Institut, einem Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel, wie folgt zum Thema:

„Für exotische Früchte fehlen mitunter sogar seriöse Quellen zu deren Inhaltsstoffen, geschweige denn kann man davon ausgehen, dass deren gesundheitliche Wirkungen mit nachprüfbaren Humanstudien belegt wurden.“

„Heimische Sorten wie etwa Schwarze Johannisbeeren, Äpfel, Möhren oder Brokkoli schneiden nicht schlechter ab als die exotischen Genüsse.“

„Der Gesundheit schadet der Superfood-Trend in der Regel zum Glück nicht, eher dem Geldbeutel.“

(http://www.tagblatt.de/Nachrichten/Gruenkohl-statt-Superfood-326624.html)

Wer sich noch weiter zum Thema informieren will, dem empfehlen wir diesen ausführlichen Artikel:

https://www.springlane.de/magazin/die-wahrheit-ueber-superfoods/

 

Wir empfehlen, was die meisten und renommiertesten Ernährungsexperten befürworten: Frisches, saisonales Obst und Gemüse aus der Region, am besten biologisch hergestellt.

In dieser Serie werden wir Euch passend zur saisonalen Verfügbarkeit verschiedene regionale „Superfoods“ vorstellen, die allerdings bei uns daheim wachsen und nicht importiert werden müssen. Los geht es mit einer oft zu Unrecht unterschätzten Rübe, der Roten Bete.

 

Rote Bete

Rote Bete hat von September bis Oktober Saison, gehört zur Familie der Gänsefußgewächse und ist eng mit Mangold verwandt. Die Wildform der Rübe stammt vermutlich aus dem Mittelmeerraum. Erst ab Mitte des 18. Jahrhunderts bis ins 19. Jahrhundert züchtete man die intensiv rot gefärbte Variante und spricht seitdem nur noch von „Roter Bete“.

Die rote Farbe wird maßgeblich von der hohen Konzentration des sekundären Pflanzenstoffs Betanin verursacht. Betanin wird auch heute noch als Naturfarbstoff für Lebensmittel (E162) verwendet.

Gesund ist die Rübe hauptsächlich wegen ihres hohen Eisen-, Kalium-, Vitamin-B- und vor allem Folsäuregehalts. Ein echtes, regionales Superfood eben!  

Auch die Blätter sind übrigens reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Sie lassen sich wie Mangold oder Spinat zubereiten.

Folgende Leckereien könnt Ihr mit Roter Bete zubereiten:

 

Labskaus:

Labskaus ist hierzulande das typische Gericht mit Roter Bete als Zutat. Es wird vor allem in Norddeutschland und Skandinavien gegessen. Erstmals wurde es 1706 erwähnt und entstand in der Zeit der Segelschifffahrt als Gericht für Matrosen.

http://www.russlandjournal.de/russische-rezepte/suppen-und-eintoepfe/borschtsch/

http://www.chefkoch.de/rezepte/458841138967721/Hamburger-Labskaus.html

http://www.lecker.de/labskaus-65860.html

 

Borschtsch:

Borschtsch ist eine Suppe, die traditionell mit Roter Bete zubereitet wird. Vor allem in Ost- und Ostmitteleuropa ist sie sehr beliebt und verbreitet. Bekannt ist Borschtsch auch als „russische rote Suppe“, ist dabei aber eigentlich ein ukrainischer Eintopf.

http://www.russlandjournal.de/russische-rezepte/suppen-und-eintoepfe/borschtsch/

http://www.chefkoch.de/rezepte/244081098181841/Borschtsch-Borsch.html

https://www.kochbar.de/rezept/476892/Borschtsch-Eintopf.html

 

Schaltibarschtschiai:

Die kalte, vegetarische Suppe ist das Nationalgericht in Litauen. Gerade an heißen Sommertagen bietet dieses köstliche Gericht ein formidables Geschmackserlebnis.

http://www.stern.de/genuss/essen/kalte-rote-bete---die-perfekte-suppe-fuer-heisse-tage-6371346.html

https://www.kuechengoetter.de/rezepte/litauische-rote-beete-suppe-saltibarsciai-43997

http://www.chefkoch.de/rezepte/168031072969651/Litauische-Rote-Bete-Suppe-kalt.html

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