Die Weihnachtsgans

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Woher kommt eigentlich die Tradition an Weihnachten Gans oder Ente zu essen?

Die Weihnachtsgans war ursprünglich eine Martinsgans. Am 11. November (Martinstag) endete das bäuerliche Wirtschaftsjahr, und es wurden unter anderem die Pacht oder Zinsen fällig, die häufig in Form von Naturalien – wie z.B. einer Gans – beglichen wurden. Auch endeten zu Martini Dienstverhältnisse der Mägde und Knechte, als Lohn wurde gerne eine Gans genommen.

Tiere, die man nicht über den Winter füttern konnte wurden vorher geschlachtet.

Am Martinstag begann auch eine 40-tägige Fastenzeit, die an Weihnachten endete. Deshalb wurde am 11. November noch eine Gans gegessen und an Weihnachten kam die Weihnachtsgans auf den Tisch.

Und woher kommt heutzutage das Gänsefleisch?

Gänse und Enten sind Wasservögel. Das Wasser wird zum einen zur Nahrungsaufnahme (Gänse sind Vegetarier) aber vor allem auch für die Pflege des Gefieders genutzt.

Früher wurden Gänse ganz selbstverständlich artgerecht auf Weiden mit Gewässern gehalten.

In Zeiten von Massentierhaltung sieht das leider ganz anders aus. Es gibt zwar teilweise Freilandhaltung oder eine kombinierte Haltung in Stall und Auslauf – der Zugang zu Wasser fehlt aber häufig komplett. Wir erinnern uns: Eine Gans ist ein Wasservogel.

Und das kurze Leben einer osteuropäischen Mastgans wollen wir uns lieber überhaupt nicht vorstellen.

Gänsefedern werden vor allem durch Lebendrupf gewonnen, d.h. den Gänsen werden lebendig Federn und Daunen ausgerissen. Das ist in Deutschland nicht erlaubt – im Ausland durchaus.

Außerhalb von Deutschland dürfen Enten und Gänse auch gestopft werden, um Stopfleber zu produzieren. Die Tiere werden dabei fixiert und z.B. über einen Schlauch mit Druckluft zwangsernährt.

Stopfleber und das zugehörige Fleisch kommt vor allem aus Frankreich, Ungarn und aus dem außereuropäischen Ausland.

Darum schaut euch an, wo die Gans her kommt! Geht im Frühjahr zum Bauern eures Vertrauens, bestellt eure Weihnachtsgans und schaut ihr beim Aufwachsen zu. Dann könnt ihr Weihnachten mit euren Lieben guten Gewissens einen leckeren Gänsebraten genießen.

P.S.: Für alle Leser aus Würzburg/Umgebung:

In der Nähe von Würzburg können wir Euch den Geflügelhof Wilfried Mend in Adelhofen empfehlen. Dort bekommt Ihr für Euer Weihnachtsfest Gänse und Enten, die ein glückliches Leben in Freilandhaltung an einem See geführt haben. Mehr Infos über diesen Hof und Kontaktdaten findet Ihr in unserer App :)

 

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